Nora Eckert

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Geboren am 14. März 1954 in Nürnberg. Schon früh die Lust an den Künsten gefunden, zu der später die kritische Beschäftigung mit ihnen kam. Mit meiner publizistischen Arbeit versuche ich, Sinn und Sinnlichkeit in eins zu denken, verbunden mit einer Wahrnehmung, die über den fachwissen­schaft­lichen Tellerrand hinausgeht. Nach der Schulzeit in Nürnberg folgten zwei Jahre Verlagspraktikum in Gießen, die mich unter anderem lehrten, von der Stelle zu kommen. Ende 1973 nach West-Berlin umgezogen (die bisher beste und folgenreichste Entscheidung in meinem Leben) , das sogleich mein wunder­bares West-Berlin werden sollte als Impulsgeber in allen Lebenslagen. Ich fand mich in einer Stadt wieder, die mich werden ließ, was ich bin. Lebe seither in der Gewißheit, am richtigen Ort zu sein.

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1995

Von der Oper zum Musiktheater. Wegbereiter und Regisseure.

Henschel Verlag
Neben einem einleitenden Essay, der die Geschichte der Opernregie seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart in wesentlichen Stationen beschreibt, versammelt der Band insgesamt 35 Porträts von Opernregisseuren und einer Opernregisseurin, der einzig­artigen, unvergeßlichen Ruth Berghaus. Die Liste enthält Namen wie beispielsweise Patrice Chéreau, Achim Freyer, Hans Neuenfels, Peter Sellars und reicht bis Robert Wilson. Wer wissen will, was avanciertes Musiktheater in den später 1980er und frühen 1990er Jahren bedeutete, mit welcher Vielfalt von Regiestilen das Opernmuseum mal mehr, mal weniger erfolgreich reanimiert wurde, dem bietet das Buch eine detaillierte Tour d‘Horizon.

1998

Das Bühnenbild im 20. Jahrhundert

Henschel Verlag
Der Weg von der Regie zum Bühnenbild ist kurz, zumal im 20. Jahr­hundert, in dem das Bühnenbild eine enorme Aufwertung erlebte und tatsächlich nicht nur wesentlicher ästhetischer, sondern auch zu einem inter­pretatorischen Bestandteil einer Inszenierung wurde. Seither rangieren Regie und Bühnenbild gleichauf. In meinem Buch wurde dies nicht nur in den verschiedenen stilistischen Entwicklungslinien darge­stellt, sondern es ging auch darum, die oft vernachlässigten Bühnen­praktiker ins Zentrum des Interesses zu rücken. Bis dahin widmete man sich vor allem den teils spektakulären Auftritten von Malern, Bildhauern und Architekten im Theater. Diesen einseitigen Blick korrigiert mein Buch, das von der Staatsbibliothek Berlin wohl gerade deshalb als Standardwerk bewertet wird.

2001

Der Ring des Nibelungen und seine Inszenierungen von 1876 bis 2001

Europäische Verlagsanstalt
Gerhard R. Koch bemerkte in seiner Rezension für die Frankfurter Allgemeine treffend, eine Geschichte der „Ring“-Inszenierungen sei „nichts Geringeres als eine Sozialgeschichte“. Und weiter: „Nora Eckert […] ist dieser gewaltigen Aufgabe nicht ausgewichen, hat es unter­nommen, die Geschichte der Inszenierungen von 1876 bis 2001 zu entfalten und jeweils zeittypische Leitlinien herauszupräparieren. An rund achtzig Versionen belegt sie die Gültigkeit des Wotan-Wortes aus dem ‚Rheingold‘: ‚Wandel und Wechsel liebt, wer lebt, das Spiel drum kann ich nicht sparen!‘ […] Und wollte man Max Webers These von der ‚fortschreitenden Rationalität‘ der bürgerlichen Gesellschaft aufs Musik­drama übertragen, so hieße das ‚Entmythologisierung in Permanenz‘. Ja, in schier dialektischer Manier läßt die Rezeptionsgeschichte Pendel­schläge erkennen, eine scheinbar gültige Werkgestalt wie –deutung als Chimäre. Interpretation kann also kaum etwas anderes sein als wechselnde Ideologiekritik […].“

2003

Parsifal 1914. Über Heilsbringer, Volkes Wille und die Instrumentalisierung des Krieges

Europäische Verlagsanstalt
Um Ideologiekritik ging es letztlich auch in dieser Studie, die Wagners musikdramatisches Vermächtnis als ein Konglomerat aus Mythischem, Pseudoreligiösem und Ideologischem zu analysieren versucht. Ein musikalisches Meisterwerk von unbestreitbarer ästhetischer Suggestion ist dieses in seinen Inhalten nicht unproblematische Werk gleicher­maßen. Zu den Erfahrungen während der Beschäftigung mit diesem Thema gehörte die frappierende Parallelität der Denkhaltungen, die auf der einen Seite die „Parsifal“-Rezeption prägten und andererseits die Verbalisierungen der Kriegseuphorie des Jahres 1914 kennzeichnete. Hinzu kam, dem Kriegsausbruch ging einige Monate zuvor ein regel­rechtes Parsifalfieber voraus, ausgelöst durch das Ende der Sperrfrist für Aufführungen des Bühnenweihfestspieles außerhalb Bayreuths. Die sich überlagernden Debatten wiesen eine bemerkenswerte Ähnlichkeit auf. Ebendiese Parallelaktion zu rekonstruieren, versucht die Studie.

2013

Wegschauen geht nicht. Büchner auf den Bühnen des 20. Jahrhunderts

Schwabe Verlag
Die hier versammelten Beiträge zur Rezeptionsgeschichte lassen in großen Schritten die verschiedenen Büchner-Bilder Revue passieren, um an markanten Stationen der Werkinterpretation haltzumachen und paradigmatische Spurwechsel in der Wahrnehmung und Wertung der Stücke zu beschreiben. So wird „Büchners Ankunft im Theater“ rekon­struiert, also jene Uraufführungsereignisse von Leonce und Lena, Danton’s Tod und Woyzeck. Sodann führen die Beiträge „Woyzeck und Wozzeck. Versuch über die moralischen Gründe eines Theatererfolgs, oder: Wer hat Schuld?“, „Robespierre oder die Sehnsucht nach dem starken Mann“ und „‘aber wir haben den Krieg und die Guillotine‘. Gründgens spielt 1939 St. Just“ in die Weimarer Zeit und in die Zeit des Nationalsozialismus. Mit „Leonce und Lena oder: Wie inszeniert man Langeweile“ geht der Blick in die 1950er Jahre. Robert Wilsons Inszenierungen der drei Büchner-Stücke und der Essay „Über Büchners Aktualität“ beschließen den Band.

2016

Wer und was ist Hamlet? Erkundungen

Schwabe Verlag
Hamlet hat mehr als einen Vater. Der unbestreitbar bedeutendste und bekannteste unter ihnen ist William Shakespeare. Wie ihm so erging es schließlich auch Hamlet. Man begann über ihre vermeintlich wahre Identität zu spekulieren. Meine Erkundungen zum Thema, wer Hamlet denn sei, brachten drei Antworten zu Tage. Welche Theorien über Hamlets Identität ins Rennen geschickt wurden, kann man zusammen mit den Antworten auf die Frage, was Hamlet sei, in dieser Publikation nachlesen. Der Dänenprinz spielt tatsächlich sehr viele Rollen: Er ist Geisterseher, verhinderter Rächer, Melancholiker, Dramaturg aus Berechnung, Montaigne –Leser, protestantischer Akademiker und einiges mehr. Illustriert wird damit nicht zuletzt die enorme Komplexität dieser Theaterfigur, die in unserem kulturellen Bewußtsein schon lange einen festen Platz einnimmt.

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Meine ersten journalistischen Gehversuche datieren aus dem Jahre 1985, als ich begann (vorerst nur sporadisch) Artikel für den Kulturteil der tageszeitung zu schreiben. Sieben Jahre währte dort meine freie Mitarbeit, wobei ich bis 1989 zur Spezialistin für Premierenkritiken aus der Hauptstadt der DDR avancierte mit der Staatsoper und der Komischen Oper als bevorzugtem Betätigungsfeld. Hinzu kam schon bald meine Mitarbeit als Opernkritikerin bei Zeit­schriften wie dem Opernglas, der Opernwelt und der Bühnen­technischen Rundschau (vor allem zum Thema Bühnenbild). Ein besonderes Gewicht besaß meine Mitarbeit bei Theater der Zeit, die fast zwölf Jahre andauerte, im Sommer 1990 begann und im März 2001 endete. In dieser Zeit lieferte ich ebenfalls Artikel bei den Zeitungen Neue Zeit (Februar 1993 bis Ende 1994) und beim Tagesspiegel ab.

Mein besonderes Interesse gilt heute Gioachino Rossini – und so sind für die Zeitschrift der Deutschen Rossini Gesellschaft La Gazzetta folgende Essays bisher entstanden:
„Zwei Deutsche in Paris. Heine und Börne hören Rossini“ (2013)
„Rossini und die Ehe“ (2014)
„Rossini geht zu Tisch“ (2016)

In Arbeit befindet sich der Essay:
„Rossini fährt zur Kur. Über Bäderreisen im 19. Jahrhundert“

Aktuell erschienen in "La Gazzetta", Ausgabe 2018:
"Zwei Philosophen gehen in die Oper. Über Hegels und Schopenhauers Rossini-Verehrung"

Veröffentlicht habe ich darüber hinaus wiederholt im Georg Büchner Jahrbuch und in weiteren Publikationen (Theaterprogramme etc.)
Aktuell erschienen ist im Heft 6/2018 von "Sinn und Form" mein Essay "Büchners ungeschriebene Theatertheorie".

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Seit 2006 nehme ich jährlich an den Tagungen der Georg Büchner Gesellschaft in Marburg mit einem Vortrag teil. Thematischer Schwerpunkt ist die Rezeptionsgeschichte des Büchnerschen Werks. Vorträge hielt ich ferner an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Büchner), an der Staatsoper Berlin (Parsifal), im Literaturhaus Berlin (Woodrow Wilson) und am Theater Münster (Büchner, Richard Wagner, Nachkriegsmoderne).

"Bremst euch nicht, sonst quietschen die Seelen" Trans* im West-Berlin der 1970er Jahre, Vortrag gehalten bei TrIQ TransInterQueer e.V. Berlin. Geplant ist für 2020 ein Vortragszyklus zum Thema "Wir sind nicht kaputt, also hört auf, uns reparieren zu wollen" Trans*Geschichte BRD/DDR.

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Seit Anfang 2019 bin ich aktives Mitglied bei TrIQ TransInterQueer e.V. Berlin. In Kooperation zwischen TrIQ und der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz werden wir im Grünen Salon TransInterQueer-Gespräche veranstalten, zu denen wir für die erste Gesprächsserie Transmenschen eingeladen haben. Im Mittelpunkt der von mir durchgeführten Gespräche steht die Sichtbarkeit von Trans* in unserer Gesellschaft.

Folgende Termine sind vorgesehen:


27. November 2019 mit der Schauspielerin Zazie de Paris
22. Januar 2020 mit dem Logopäden Marian Hudek
25. März 2020 mit dem Schriftsteller Jayrôme C. Robinet
... Es ist geplant, die Reihe fortzusetzen.

Begonnen habe ich ein autobiographisches Werk. Es wird als Memoir die ersten Jahre meines Lebens als Transfrau im West-Berlin der 1970er Jahre zum Inhalt haben und voraussichtlich im Herbst 2020 im Verlag C. H. Beck München erscheinen.

Die bislang hier vorgestellten Projekte zur Nachkriegsmoderne und die literaturkritische Studie zu David Foster Wallace befinden sich nach wie vor auf meiner publizistischen Wunschliste, werden jedoch aufgrund meiner neuesten Aktivität erst einmal ausgesetzt.